Strudler, Schwimmer und Statussymbole

Koi: Japanische Karpfen im leuchtenden Kleid

In vergangenen Zeiten stand er in Asien oft auf dem Tisch: Karpfen waren wichtige Lebensmittel.  Reisbauern hielten den Speisefisch in großen Becken, um über die harten Winter zu kommen. Zwischen all dem einfarbigen Grün-Gelblich-Weiß in den Teichen entdeckte man gemusterte, rot, weiß und hellgelb schillernde Exemplare. Man nannte sie „Nishikikoi“ – „Brokatkarpfen“, bei uns kurz Koi.

Eine Genmutation wird Statussymbol

Zwar fielen sie in der Zucht auf. Doch es ist gut möglich, dass es vereinzelte genetische Farbmutationen auch in natürlichen Karpfenpopulationen gibt. Wer in freier Wildbahn allerdings derart auffällig ist, wird rasch gefressen. Erst getrennt von Fressfeinden, konnten sich die Paradiesvögel unter den Fischen richtig entfalten: Seit etwa der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden sie in Japan als Statussymbole gehalten und gezüchtet. Mittlerweile gibt es unzählige Farbvarianten, Fachleute gehen von etwa 170 aus.

Unser „Heino“ etwa ist weiß und hat schwarze Augen. Ein wenig erinnert er an den Sänger mit markanter Sonnenbrille, der sein Namenspate ist. Haben Sie „Heino“ in unserem Koibecken im Japanischen Garten schon mal entdeckt?

 

See-Anemone: Zu Hause bei Nemo

Sie haben sich als perfekte Partner zusammengetan: Clownfische und See-Anemonen leben in fester Beziehung über die Artgrenzen hinweg. Dank ihrer giftsprühenden Nesselzellen bietet die Anemone dem Fisch ein schützendes Zuhause. Doch warum bekommt der Clownfisch das Gift nicht zu spüren? Dank eines Tricks: Die Fische berühren die Nesselzellen leicht und nehmen die Hemmstoffe der Anemone in einen Schleimüberzug auf ihrer Haut auf. Das signalisiert der Anemone Zugehörigkeit – die Nesselzellen lösen schlicht nicht mehr aus.

Schutz, Futter und mehr

Die mobilen Clownfische geben dafür Futterstückchen an die festsitzende Anemone ab, an die diese sonst nicht herankäme. Außerdem halten die Fische die Tentakel ihrer „Vermieterin“ sauber. So jedenfalls war die Gemeinschaft lange bekannt.

Inzwischen gibt es Hinweise darauf, dass diese Lebensgemeinschaft noch enger ist als gedacht. Die Fische wedeln zum Beispiel auch Sauerstoff heran: Nachts etwa fächeln sie der Anemone Wasser zu, was offenbar deren Versorgung mit Sauerstoff steigert. Und womöglich offenbaren sich noch weitere Tauschgüter, die zwischen Clownfisch und Anemone hin- und hergehen.

 

Riesenmuscheln: Mörderinnen, die keine sind

Ihr wird nichts Gutes nachgesagt: Es heißt die Große Riesenmuschel mit ihren bis zu 1,4 Metern Länge und 400 Kilogramm Gewicht schnappt nach Tauchern und hält sie in der Tiefe fest. Deswegen heißen sie und ihre Schwesternarten – etwa die im botanika-Aquarium – im Volksmund auch „Mördermuscheln“. Das sind sie aber keinesfalls. Im Gegenteil. „Mördermuscheln“ sind eher friedliebend. Ihre Klappen schließen nicht schnell genug, als dass Menschen oder größere andere Tiere nicht entwischen könnten.

Statt zwischen den Korallenstöcken der Riffe im Indopazifik auf Taucher zu lauern, ernähren sich Mördermuscheln auf viel ausgeklügeltere Art. Sie setzen auf ein Rundumversorgungspaket. Dafür leben sie mit Algen in symbiotischer Gemeinschaft zusammen. Die Algen leben geschützt in den Mantellappen der Muschel und betreiben Photosynthese. Dafür liefern sie der Muschel organische Substanz und Sauerstoff. Wer genau hinsieht, kann auch bei unserer „Mördermuschel“ die Algen in deren weichen Körper erkennen.

Arterhalt in Aquarien

Im freien Ozean sind die Bestände der Riesenmuscheln bedroht. Dafür liefert einerseits das Klimaphänomen El Niño den Grund. Dabei verschieben sich die Temperaturen im Wasser, es wird zeitweise deutlich wärmer. Mördermuscheln reagieren empfindlich darauf. Ein weiterer Grund sind wir Menschen. Riesenmuscheln gelten nämlich als Delikatesse und die Schalen sind bei Sammlern beliebt. In Asien etwa gilt das Fleisch der Tiere als Aphrodisiakum. So setzt die Fischerei ihnen stark zu. Sie stehen bereits auf der Liste des Washingtoner Artenschutzübereinkommens. Gezielte Züchtung soll zumindest einige der Arten erhalten.

 

Goldorfen und Grundeln: Zu Füßen des Nirwana-Buddha

Unsere Goldorfen tummeln sich im Teich bei der Buddha-Statue.  Sie sind eine Zuchtform der wildlebenden Orfen – eine Karpfenart, die gern gesellig in Schwärmen lebt. Oft schwimmen sie an der Wasseroberfläche, Sie werden sie gleich entdecken.

Goldorfen fressen alles. Pflanzenteile, Kleinkrebse, Schnecken oder spezielles Teichfutter – sie sind nicht wählerisch. Außerdem treten sie beherzt gegen die Mückenplage im Sommer an. Wenn Sie Zeit mitbringen, können Sie sie vielleicht einmal dabei beobachten: Die Fische „pflücken“ die Insekten direkt von der Wasseroberfläche ab.

Ungebeten, aber willkommen

Die Grundeln dagegen waren ungeplant. Eines Tages waren sie da. Wie sie hergekommen sind, ist nicht ganz klar. Vielleicht waren im Transportwasser der Goldorfen ein, zwei winzige Grundellarven und gelangten so unbemerkt mit in den Teich. Offensichtlich haben sie sich wohlgefühlt – und für reichlich Nachwuchs gesorgt. Willkommen!