Chamäleon, Gecko und Co.

Pfeilgiftfrösche: Giftmischer in Knallfarben

Pfeilgiftfrösche leben im mittel- und südamerikanischen Regenwald, ein Gebiet mit hoher Luftfeuchtigkeit. Aber anders als viele Amphibienverwandte kommen Pfeilgiftfrösche mit vergleichsweise wenig Wasser in ihrer Umgebung aus. In Tümpeln etwa tummeln sich nur die Larven.  Die erwachsenen Frösche leben im Bodenlaub und klettern auf Bäumen herum. Selbst die Eier legen sie vorzugsweise nicht in Wasser, sondern auf Blättern ab.

Am Anfang steht das Pflanzengift

Unter den Pfeilgiftfröschen sind einige der giftigsten Tiere überhaupt. Das Gift von nur einem der knallgelben „Schrecklichen Pfeilgiftfrösche“ etwa reicht, um ein Dutzend Menschen umzubringen. Doch wie kommt das Gift in den Frosch? Mit der Nahrung. Die Tiere fressen unter anderem Milben, lagern die Gifte aus deren Körper ein und konzentrieren sie. Und woher haben die Milben die toxischen Stoffe? Die krabbelnden Gliederfüßer haben diese ebenfalls geschluckt: Sie haben ihrerseits giftige Pflanzen verspeist.

Im Terrarium ist diese Kette allerdings unterbunden. Die Frösche bekommen Futtertiere, die nicht aus ihrem ursprünglichen Lebensraum stammen. Diese Futtertiere tragen kein Gift in sich, sodass auch das Hautgift der Frösche mit der Zeit abnimmt. Außerdem stammen unsere Frösche aus Nachzuchten, die bereits in Gefangenschaft geboren sind: Sie waren von vorneherein ungefährlich.

 

Blattschwanzgecko: Meister der Unauffälligkeit

Direkt vor Augen und doch unsichtbar: Der enge Bezug zwischen dem Blattschwanzgecko und den Pflanzen in seiner Umgebung ist die Tarnung. Blattschwanzgeckos sind meisterhaft darin, vor dem pflanzlichen Hintergrund optisch zu verschwinden. So ähneln die Farben und Strukturen der borkenähnlichen Haut des Reptils nahezu perfekt dem Aussehen der Rinde von Regenwaldbäumen in der Gecko-Heimat Madagaskar.

Klettermeister mit Bodenhaftung

Und der Gecko ist noch bei anderem ein meisterhafter Könner: Senkrechte Scheiben aus Glas? Kein Problem. An der Decke hängen und die Welt von oben verkehrt herum sehen? Jederzeit. Nichts ist Geckos zu waghalsig, denn sie haben eine „eingebaute“ Absturzsicherung. Das Geheimnis sind Millionen feinster Härchen an den Zehen und Fußsohlen, deren Enden jeweils mehrfach verzweigt sind. Die Strukturen sind so fein, dass zwischen den Härchen und der Oberfläche, auf der das Tier spaziert, sogenannte Van-der-Waals-Kräfte wirken. Diese Kräfte halten ungeladene Teilchen zusammen, wenn diese sich nahe genug sind und die Fläche zwischen ihnen groß genug ist. Zwar sind die Van-der Waals-Kräfte zwischen einer einzelnen Fußborste und den Molekülen des Laufuntergrund sehr schwach. Aber da es beim Gecko Millionen Härchen sind, summiert sich das: Setzt der Gecko alle vier Füße auf, reicht die Haftkraft bis zum Zehnfachen seines Körpergewichts! Ein Vorbild zum Beispiel für wiederverwendbares Klebeband.

 

Pantherchamäleon: Der bunte Vogel unter den Reptilien

Sie sind mit die schönsten und schillerndsten Chamäleons überhaupt – zumindest die Männchen: Die männlichen Pantherchamäleons leuchten in absoluten Knallfarben. Die Weibchen hingegen sind eher tarngefärbt. Bei der Geburt tragen übrigens alle Pantherchamäleons noch unscheinbare Kluft. Erst wenn sie geschlechtsreif werden, beginnt das große Leuchten bei den männlichen Tieren.

Getüncht nach Wohlfühlmodus

Wechseln die Tiere ihre Färbung, geschieht dies nicht bewusst. Das Weiten oder Zusammenziehen der Farbzellen in ihrer Haut geschieht auch nicht – wie oft angenommen – aus Tarnzwecken. Es spiegelt Erregungszustände wider infolge des Einflusses zum Beispiel von Licht, Temperatur, Hunger, allgemeinem Unwohlsein, Angst oder auch Krankheit. Was wir als negativ ansehen wie Unwohlsein, Angst oder Wut, führt zum Beispiel dazu, dass die Tiere sich dunkel färben. Sie können sich buchstäblich schwarz ärgern. So können Sie in etwa ablesen, wie unserem „Pascal“ gerade geht.

Zwei Bilder im Kopf

Chamäleons können übrigens extrem gut verfolgen, was um sie herum geschieht. Sie haben ein Sichtfeld von 342 Grad! Ihre Augen sind dank eines ausgeklügelten Muskelapparats sehr beweglich – auch einzeln. Dabei überschneiden sich die beiden Sehfelder nicht zu einem Bild, es entstehen immer zwei Bilder. Wie genau das Chamäleongehirn die Bilder verarbeitet, ist nicht bekannt. Hat jedenfalls ein Auge einmal ein Beutetier entdeckt, richtet das Chamäleon prompt auch das zweite Auge darauf … Die Zunge schnellt raus, die Beute wird durch Unterdruck angesogen und „eingefahren“. Wohl bekomm’s!